Final Four


Chronik


Alten Aufzeichnungen ist zu entnehmen, daß sich nach Untergang der Österreichisch-ungarischen Monarchie eine Gruppe junger Menschen zusammengefunden hat, um mit der Pflege sportlicher Ertüchtigungen einen Ausgleich für die damals so grundlegenden Lebensveränderungen zu finden. So kam es am 24. April 1919 zu der von den Behörden genehmigten Gründung der „Sportvereinigung Katholisch-Deutscher Akademiker Arminen“.

Neben Hockey gab es Sektionen für Touristik, Fußball, Fechten und Rudern. Die Wassersportler machten sich bald selbständig, von deren Ruhm zeugt heute noch die nach den Ruderern der Arminen benannte Arminen-Straße an der Alten Donau im 22. Bezirk. 1929 kam es zur Gründung unserer Damenmannschaft.

Arminen Damenteam 1929
Die erste Arminendamenmannschaft 1929: Visda, Kupferschmied, Vorisek, Bubnik, Strasser, Kapusta, Bibl, Breitenecker, Lernhard, Schwestern Lenhard


Anfang der 30-er Jahre wurde mit einer erfolgreichen Jugendarbeit begonnen, die sich in den weiteren Jahrzehnten aber durch Mangel an Funktionären in der Wellenbewegung entwickelte. In Zeiten, wo die erste Mannschaft sehr erfolgreich war, wurde die Nachwuchsarbeit zwangsweise etwas vernachlässigt, in dem nachfolgendem Wellental der ersten Mannschaft konzentrierte man sich wieder stärker auf den Nachwuchs. 1938 gehörten die „Katholisch-Deutschen Akademiker“ der Vergangenheit an. Der neue Clubname war Sportvereinigung Arminen Wien.

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1938: Bürgermeister Dr. Neubacher lud prominente Sportler auf den Kahlenberg u.z. Boxmeister Lazek gibt Autogramme, rechts stehend im Vordergrund Horst Ehmsen.

In den politisch immer schwieriger werdenden 30-er Jahren mußten sich einige Arminen aus dem Clubleben zurückziehen, andere wurden zwangsweise entfernt, so der langjährige Präsident Dr. Kastelitz, der 1940, als Gegner des Nationalsozialismus verhaftet und 1944 hingerichtet wurde.

Herrenteam 1941
Die Arminen-Erste im Jahre 1941 vlnr.: Wührer, Moissl, Neumann, Wesely, Klee, Dvorak, Schala, Ehmsen, Sündermann, Semerad, Strachota.

In den späten 30-er Jahren mußte sehr viel improvisiert werden, kamen doch die Spieler manchmal aus halb Europa zu den Meisterschaftsspielen. Drei Hockeyklubs mußten nach dem Umbruch den Spielbetrieb einstellen: der Allround-Hockey-Club (von diesem Verein kam unter anderem Hans Koller sen. zu uns), die Hakoa (immerhin letzter oder vorletzter österreichischer Meister) und der VFB (Verein für Bewegungsspiele). Die Mitglieder waren zumeist jüdischen Glaubens. Ab dem Jahr 1938 wurde von den Arminen nur mehr Hockey betrieben, die anderen Sektionen aufgelöst.


Schönbrunn
Im Jahr 1922 konnten wir nach intensiven Bemühungen auf den Gründen der Reitschule in Schönbrunn eine eigene Sportanlage errichten. 1924 erfuhr die Anlage eine Krönung mit der Erstellung eines Clubhauses, in der Folge wurden die Arminen als die „Schönbrunner“ bezeichnet (daher auch der Name der dritten Herrenmannschaft.).

Bis zum Jahr 1938 wurde dieser Platz an der Schönbrunner Schloßgasse zu einem Paradies für die Mitglieder, besonders der Jugend wurde – in materiell schlechten Zeiten- ein sorgloses Freizeitleben geboten.

Im Jahr 1938 verloren wir unseren Platz. 1940 wurden uns wurden Trainings- und Spieltermine auf dem ehemaligen Hakoa-Platz zugeteilt. Nach Kriegsende wurde aus unserem Arminenplatz in Schönbrunn ein britisches Hubschrauberflugfeld, nach dem Abzug der Besatzungsmächte erhielt die Sportunion Wien die Anlage zugeteilt.

Hockeystadion
Mit ganz wenigen Ausnahmen hatten nach dem Krieg die Vereine ihre Sportstätten in den Wiener Bezirken verloren. Hockey mußte gegen teures Entgelt auf elenden Fußballfeldern gespielt werden.

Hans Koller war 1938 den Arminen beigetreten, gehörte der Meistermannschaft 1939-1953 an, war aktives Mitglied der Herrennationalmannschaft bei den olympischen Spielen 1948 in London und  1952 in Helsinki, 1956 war er Verbandskapitän bei den olympischen Spielen in Rom. Mit Ausdauer und Zähigkeit betrieb er die Errichtung eines Hockeystadions. Seit Beginn der 50er Jahre verhandelte Hans Koller mit der Stadt Wien und konnte im Namen des Vorstandes einen Pachtvertrag für das Gelände des ehemaligen „2. Kaffeehauses“ abschließen. Unter aktiver Mithilfe der Vereine AHC, HC Wien, SV Arminen und des heute nicht mehr bestehenden Hockeyklubs Reichsbund entstand hier das  Hockeystadion. Am 1. März 1953 war Spatenstich, in zweieinhalbjähriger Arbeit wurde eine Sportanlage bestehend aus zwei herrlichen Naturrasenplätzen, einem Hartplatz und vier Tennisplätzen, sowie einem Klubhaus errichtet. Im Jahr 1987 wurde im Hockeystadion der erste Kunstrasenplatz gebaut.

Waldstadion
Seit September 2006 ist das Waldstadion in Dornbach die neue Heimstätte der SV Arminen.